Gemeinsames Positionspapier „Ländliche Räume“ der Nationalen Naturlandschaften
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Schwächung ländlicher Räume abwenden
Berlin/Bonn, 23. September 2026 – Gemeinsames Positionspapier von Verband Deutscher Naturparke e. V. (VDN e. V.) und Nationale Naturlandschaften e. V. (NNL e. V.) zur Agrarministerkonferenz 2026 und zur EU-Förderpolitik ab 2028
VDN e. V. und NNL e. V. appellieren aus Anlass der vom 23. bis 25. September 2026 in Würzburg stattfindenden Agrarministerkonferenz in einem gemeinsamen Positionspapier an Bundesregierung und Länder, sich auf europäischer und nationaler Ebene für eine verlässliche finanzielle Absicherung der ländlichen Entwicklung, des kooperativen Natur- und Umweltschutzes und bewährter Bottom-up-Instrumente wie LEADER einzusetzen.
Was jetzt aus Sicht von VDN e. V. und NNL e. V. notwendig ist
Die zusammengefassten Kernpositionen des Positionspapiers sind:
- Ländliche Entwicklung verlässlich absichern: LEADER sowie Umwelt-, Klima- und Biodiversitätsleistungen brauchen verbindlich gesicherte Mittel.
- Öffentliche Leistungen wirtschaftlich honorieren: Leistungen der Landwirtschaft für Biodiversität, Wasser, Boden, Klima und Kulturlandschaft müssen attraktiv und verlässlich vergütet werden.
- Landschaftsbezogene Kooperation ermöglichen: Regionale Gestaltungsspielräume, verbindliche ökologische Ziele sowie die Förderung von Kooperation, Beratung, Koordination und Management gehören zusammen.
- Vorhandene Dauerstrukturen nutzen und stärken: Naturparke und Biosphärenreservate sind etablierte regionale Netzwerke und Umsetzungsräume. Ihre Kompetenz muss Teil der Förderarchitektur sein.
Warum jetzt gehandelt werden muss
Die Europäische Kommission hat im Juli 2025 Vorschläge für den Mehrjährigen Finanzrahmen 2028 bis 2034 und die Gemeinsame Agrarpolitik nach 2027 vorgelegt. Während für die landwirtschaftliche Einkommensstützung weiterhin ein finanziell abgesicherter Rahmen vorgesehen ist, sind bisher über die zweite Säule der GAP finanzierte Bereiche wie Agrarumwelt- und Klimaleistungen, investiver Naturschutz und die ländliche Entwicklung künftig nicht mehr in vergleichbarer Weise eigenständig abgesichert. Es droht eine elementare Schwächung der ländlichen Räume.
Fördermittel für den ländlichen Raum ermöglichen nicht nur landwirtschaftliche Maßnahmen, sondern auch kooperativen Naturschutz, Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen, investiven Naturschutz wie Biotopentwicklung und Wiedervernässung, Erhalt des natürlichen und kulturellen Erbes, Dorfentwicklung, Nahversorgung und Naturerlebnis. Ohne verlässliche Förderung gehen Lebensqualität, regionale Identität und Wertschöpfung im ländlichen Raum verloren.
Vorschlag von VDN e. V. und NNL e. V.
Die Agrarministerkonferenz muss ein klares Signal setzen: Ländliche Räume sind Zukunftsräume und essenziell für die Menschen in Land und Stadt. Eine Neuordnung der EU-Förderung ab 2028 darf nicht zulasten der Natur und der ländlichen Räume gehen. Sie sollte stattdessen dazu genutzt werden, um eine integrierte ländliche Entwicklung zu fördern, die eine nachhaltige Landwirtschaft, Natur- und Klimaschutz und regionale Beteiligung zusammenführt und damit gleichzeitig demokratische Prozesse stärkt. Die Nationalen Naturlandschaften sind auf rund einem Drittel der Fläche Deutschlands dauerhaft etabliert. Als erprobte Modell- und Umsetzungsräume können dabei insbesondere Naturparke und Biosphärenreservate eine besondere Rolle übernehmen.
Dieses Positionspapier kann als PDF heruntergeladen werden.
Herausgeber:
| Verband Deutscher Naturparke e. V. info@naturparke.de www.nationale-naturlandschaften.de www.naturparke.de |
Nationale Naturlandschaften e. V. info@nationale-naturlandschaften.de www.nationale-naturlandschaften.de |

